Echtzeit- versus Offline-Rendering
Offline-Renderer wie V-Ray, Corona oder Arnold berechnen jedes Bild einzeln mit hoher Genauigkeit. Die Qualität ist sehr hoch, ein Bild dauert aber Minuten bis Stunden, und jede Änderung erfordert neues Rendern.
Echtzeit-Rendering erzeugt Dutzende Bilder pro Sekunde. Vor UE5 hieß das meist Qualitätsverzicht; Lumen und Nanite haben diesen Abstand weitgehend geschlossen.
Der eigentliche Gewinn für Architektur ist weniger Geschwindigkeit als Interaktion: Sie begehen die Szene mit dem Kunden, ändern die Tageszeit und zeigen Materialalternativen sofort.
Lumen: dynamische globale Beleuchtung
Lumen berechnet in Echtzeit, wie Licht von Flächen reflektiert wird und den Raum indirekt erhellt. Für Architektur ist das zentral, weil ein Großteil der Innenraumwahrnehmung aus indirektem Licht entsteht.
Ändern Sie den Sonnenstand, wird die gesamte Innenbeleuchtung neu berechnet — Morgen- und Abendlicht ohne zwei vorbereitete Szenen.
Im Vertrieb beantwortet das eine der häufigsten Käuferfragen direkt: „Wie viel Licht bekommt diese Wohnung?“
Nanite: hochauflösende Geometrie
Nanite bringt sehr hochauflösende Modelle ohne die übliche Leistungseinbuße in die Szene. Zuvor war die Vereinfachung von Modellen ein erheblicher Arbeitsschritt.
Für Architekturprojekte bedeutet das, dass CAD- und BIM-Modelle mit weniger Vereinfachung übernommen werden können — Fassadendetails, Geländer, Fensterprofile und Freiraumelemente behalten ihre Detailtiefe.
Ein Vorbereitungsschritt bleibt: BIM-Modelle tragen für die Visualisierung irrelevante Daten, die entfernt werden müssen.
Hardware und Auslieferung
Echtzeitqualität hängt von der Hardware ab, was die Auslieferungsentscheidung direkt beeinflusst.
- Vertriebsbüro: höchste Qualität, feste Hardware
- Laptop: Einsatz im Außendienst, mittlere bis hohe Qualität
- Browserversion: größte Reichweite, optimierte Qualität
- Cloud-Streaming: hohe Qualität plus Reichweite, mit Serverkosten