VRs echte Stärke: Raumwahrnehmung

Es gibt einen Bereich, in dem VR jedem anderen Werkzeug überlegen ist: Maßstab und Raumgefühl. Kein anderes digitales Medium vermittelt so gut, wie groß ein Raum tatsächlich ist.

Der Grund: VR zeigt die Ansicht nicht auf einem Bildschirm, sondern aus dem Blickpunkt des Nutzers in echtem Maßstab. Der Raum wird als Volumen wahrgenommen, nicht als Bild.

Besonders wirksam bei kompakten Wohnungen und ungewöhnlichen Grundrissen.

Die Grenze im Verkaufsgespräch

Der eigentliche Grund für die geringe Verbreitung ist sozial, nicht technisch. Mit Headset verliert der Käufer den Sichtkontakt zu Partnerin, Familie und Vertriebsmitarbeitenden.

Damit bricht das kritischste Element: Der Mitarbeitende sieht nicht, worauf der Käufer schaut und worauf er reagiert, und kann nicht im Moment eingreifen.

Zweite Grenze ist Zeit: VR ist einzelplatzfähig und erfordert Reihum-Nutzung. Für eine dreiköpfige Familie verdreifacht sich die Termindauer. Drittens Komfort.

Die richtige Anordnung

Am wirksamsten ist VR als Ergänzung, nicht als Hauptmedium.

Die Hauptpräsentation läuft auf großem Bildschirm mit begehbarem Zwilling: alle sehen gleichzeitig, der Mitarbeitende führt, Einheitenauswahl und Preisgespräch laufen am selben Bildschirm.

VR kommt am Ende kurz zum Einsatz — für die Einheit, für die sich der Käufer entschieden hat. So nutzt man die Stärke, ohne an die Grenzen zu stoßen.

Die drei Werkzeuge im Vergleich

Die Funktionen zu trennen klärt die Entscheidung.

  • 360°-Tour: Blicke von festen Punkten; günstig, aber keine freie Bewegung und keine Datenbindung
  • Bildschirmbasierter begehbarer Zwilling: freie Navigation, Gruppenbetrachtung, Live-Bestandsbindung — das Rückgrat
  • Headset-VR: stärkste Raumwahrnehmung, einzelplatzfähig und kurz — ein Vertiefungswerkzeug